23. Oktober 2026
Zunderschwamm Wirkung: Was sagt die Forschung?

Life Science aus Kronach: Vitalpilze, Laborchemikalien und Gewebekultur. 100of100 Science & Startups Award Gewinner 2025.

Inhaltsstoffe, Laborstudien und Studienlage zum Zunderschwamm im Überblick.

Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist einer der bekanntesten Baumpilze Europas und wird seit Jahren intensiv erforscht. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Studienlage: welche Inhaltsstoffe beschrieben wurden, welche Fragestellungen im Labor untersucht wurden und wie man diese Ergebnisse einordnet.

Zunderschwamm: Fruchtkörper am Stamm und im Schnitt, Forschungsgegenstand

Kurz gesagt: Was erforscht wird

  • Inhaltsstoffe: Übersichtsarbeiten beschreiben mehr als hundert Verbindungen, darunter Steroide, Triterpene, Fettsäuren, Phenole und Polysaccharide.
  • Untersuchte Fragestellungen: Eine systematische Übersicht von 2025 nennt acht Forschungsfelder, unter anderem antioxidative, antimikrobielle, immunbezogene und entzündungsbezogene Laborparameter.
  • Art der Studien: Die Ergebnisse stammen aus Laboruntersuchungen, Zellkulturen und Tierversuchen mit Extrakten oder isolierten Stoffen.
  • Einordnung: Laborbefunde beschreiben Eigenschaften von Extrakten im Reagenzglas. Sie sind keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen.

Was ist der Zunderschwamm?

Der Zunderschwamm ist ein mehrjähriger Porling, der vor allem an Buchen und Birken wächst und Weißfäule verursacht. Seinen Namen verdankt er der traditionellen Nutzung: Aus der weichen Innenschicht (Trama) wurde Zunder zum Feuermachen hergestellt. Wie man ihn erkennt, steht im Beitrag Zunderschwamm erkennen.

Inhaltsstoffe des Zunderschwamms

Eine systematische Übersichtsarbeit in Records of Natural Products (2025) fasst die chemische Forschung zusammen und nennt über hundert Verbindungen, vor allem aus den Gruppen der Steroide, Triterpene und Fettsäuren. Dazu kommen die für Pilze typischen Zellwandbausteine: 1,3/1,6-β-D-Glucane, die ebenfalls untersucht werden.

Eine Analyse von Zunderschwamm-Fruchtkörpern aus Marokko im International Journal of Molecular Sciences (2025) beschreibt die Zusammensetzung eines Extrakts genauer:

  • Gesamtphenole: 75,83 mg GAE/g und Flavonoide 37,62 mg CE/g (Trockenextrakt).
  • GC-MS: 109 identifizierte Verbindungen, vor allem Zucker, Fettsäuren, Alkohole, organische Säuren und Terpenoide.
  • LC-MS: 24 Phenolverbindungen, darunter Isorhamnetin, p-Hydroxybenzoesäure und Kaempferol.

Was Laborstudien untersuchen

  • Antioxidative Parameter (in vitro): In der Studie aus Marokko zeigte der Extrakt in Standardtests wie dem DPPH-Radikalfängertest messbare Aktivität (EC50 114,4 µg/mL).
  • Antimikrobielle Tests (in vitro): Der Extrakt hemmte alle sieben getesteten Mikroorganismen, am empfindlichsten reagierte Epidermophyton floccosum (MHK 2 mg/mL).
  • Zellkulturen: Polysaccharide aus Kulturen von Fomes fomentarius wurden an einer menschlichen Magenkrebs-Zelllinie (SGC-7901) untersucht und hemmten das Zellwachstum dosis- und zeitabhängig. Bei einer nicht zytotoxischen Konzentration verstärkten sie dort zusätzlich den Effekt von Doxorubicin.
  • Weitere Forschungsfelder: Die Übersichtsarbeit nennt zudem immunmodulatorische, antidiabetische und weitere Fragestellungen. In einer Studie aus 2018 in Scientific Reports senkten Myzelextrakte von Porlingen, darunter Zunderschwamm, die Viruslast in Honigbienen.

Wie man Laborergebnisse einordnet

  • Reagenzglas und Körper unterscheiden sich: In Zellkulturen wirken Stoffe in definierten Konzentrationen, die im Körper nach einer Aufnahme anders ausfallen können.
  • Extrakt ist nicht gleich Extrakt: Lösungsmittel, Verfahren und Pilzteil (Fruchtkörper oder Myzel) beeinflussen das Ergebnis stark.
  • Studien sind unterschiedlich aufgebaut: Verschiedene Testsysteme, Einheiten und Pilzherkünfte erschweren den direkten Vergleich.

Die Forschung am Zunderschwamm ist ein aktives Feld. Weitere Untersuchungen mit standardisierten Extrakten werden die Datenlage in den kommenden Jahren erweitern.

Traditionelle Verwendung

Kulturhistorisch ist der Zunderschwamm vor allem als Zunderpilz bekannt: Die Innenschicht wurde eingeweicht, gekocht, geklopft und getrocknet und nahm danach Funken auf. Solche Überlieferungen sind kulturgeschichtlich interessant und ersetzen keinen wissenschaftlichen Nachweis.

Rechtlicher Rahmen

Gesundheitsbezogene Aussagen zu Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln sind in der EU durch die Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 geregelt. GrayZone Labs beschreibt daher die Studienlage und macht keine Wirk- oder Heilversprechen. Bei gesundheitlichen Fragen, Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder der Einnahme von Medikamenten berät die Ärztin, der Arzt oder die Apotheke.

Unser Zunderschwamm-Produkt

Die Zunderschwamm Tinktur 50 ml von GrayZone Labs ist ein Pilzextrakt aus Fruchtkörpern aus deutscher Wildsammlung, hergestellt per Ultraschall-Extraktion mit Ethanol und Heißwasser. Sie ist aktuell als Vorbestellung verfügbar. Der Artikel oben beschreibt Forschung und keine Wirkung unseres Produkts. Mehr zur Auswahl steht im Beitrag Zunderschwamm kaufen.

Häufige Fragen

Was sagt die Forschung zum Zunderschwamm?

Es gibt Laborstudien zu Inhaltsstoffen sowie antioxidativen, antimikrobiellen und immunbezogenen Fragestellungen, dazu Zellkultur- und Tierversuche. Eine systematische Übersicht von 2025 ordnet acht Forschungsfelder.

Welche Inhaltsstoffe hat der Zunderschwamm?

Beschrieben werden unter anderem Steroide, Triterpene, Fettsäuren, Phenole, Flavonoide, Zucker und β-Glucane.

Gibt es Aussagen zur Wirkung beim Menschen?

Wir machen keine Wirkaussagen. Die hier beschriebenen Ergebnisse stammen aus Labor- und Tierstudien und sind keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen.

Was ist über Verträglichkeit bekannt?

Zu Verträglichkeit, Anwendung und möglichen Wechselwirkungen gibt GrayZone Labs keine Empfehlungen. Ärztinnen, Ärzte und Apotheken beraten individuell.

Worin unterscheidet er sich vom Birkenporling?

Beide sind Baumpilze mit langer Tradition, aber verschiedene Arten mit eigenen Studien. Mehr dazu im Beitrag Zunderschwamm oder Birkenporling und zur Studienlage des Birkenporlings im Beitrag Birkenporling: Studienlage.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ist keine medizinische Beratung und kein Ersatz für ärztlichen Rat.

Quellen

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie.

Autor: Ing. Luca Finazzo, M.Sc. Biotechnologie

               (Experte für Heilpflanzen und Pilze)