23. Oktober 2026
Zunderschwamm oder Birkenporling: Die Unterschiede im Überblick

Life Science aus Kronach: Vitalpilze, Laborchemikalien und Gewebekultur. 100of100 Science & Startups Award Gewinner 2025.

Wirtsbaum, Form, Härte, Unterseite und Holzfäule: So unterscheidest du Zunderschwamm und Birkenporling.

Zunderschwamm und Birkenporling sind zwei der bekanntesten Baumpilze Mitteleuropas. Beide wachsen als Konsolen am Stamm, beide haben eine lange Tradition, und beide können an Birken vorkommen. Dieser Beitrag stellt sie nebeneinander und zeigt, woran man sie unterscheidet.

Zunderschwamm und Birkenporling im Vergleich: dunkle Konsolen oben, helle Konsole an Birke unten

Kurz gesagt: die Unterschiede

  • Wirtsbaum: Der Birkenporling wächst fast ausschließlich an Birken. Der Zunderschwamm besiedelt vor allem Buchen, aber auch Birken.
  • Konsistenz: Der Birkenporling ist jung weich und später korkig. Der Zunderschwamm ist sehr hart und holzig.
  • Farbe: Der Birkenporling ist cremeweiß bis hellbraun. Der Zunderschwamm ist gelbbraun, später schiefergrau.
  • Form: Der Zunderschwamm ist typisch hufförmig mit Zuwachszonen. Der Birkenporling ist rundlich bis konsolenförmig und glatt.
  • Holzfäule: Der Birkenporling verursacht Braunfäule, der Zunderschwamm Weißfäule.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Der Zunderschwamm ist ein mehrjähriger Porling. Sein Fruchtkörper ist knollig bis hufförmig, misst etwa 10 bis 50 Zentimeter im Durchmesser und wird bis zu 25 Zentimeter dick. Jung ist er gelbbraun, später schiefergrau, mit einer harten Kruste und deutlich sichtbaren Zuwachszonen. Unter der Kruste liegt das gelbbraune, filzige Fleisch (Trama). Bei älteren Exemplaren zeigt die Unterseite Röhrenschichten, wobei jedes Jahr eine neue entsteht.

Er wächst vor allem an Buchen, besiedelt aber auch Birken und andere Laubbäume und verursacht Weißfäule. Bekannt ist er als Zunderpilz: Die weiche Innenschicht wurde früher aufbereitet und zum Feuermachen genutzt. Ausführlich beschreibt das der Beitrag Zunderschwamm erkennen.

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

Der Birkenporling (früher Piptoporus betulinus) ist auf Birken spezialisiert. Der Fruchtkörper ist rundlich bis nierenförmig, die Oberseite cremeweiß bis hellbraun mit glatter, leicht samtiger Haut. Die Unterseite ist weiß mit feinen Poren. Jung ist er weich und gummiartig, später korkig, aber nicht holzig hart. Er verursacht Braunfäule, und seine Fruchtkörper bleiben nach dem Absterben im Winter lange sichtbar. Mehr dazu im Beitrag Birkenporling erkennen.

Direkter Vergleich

  • Name: Zunderschwamm Fomes fomentarius, Birkenporling Fomitopsis betulina.
  • Hauptwirt: Zunderschwamm Buche (auch Birke), Birkenporling Birke.
  • Lebensdauer des Fruchtkörpers: Zunderschwamm mehrjährig und wachsend, Birkenporling meist einjährig, alte Fruchtkörper bleiben aber sichtbar.
  • Oberseite: Zunderschwamm gelbbraun bis schiefergrau mit Kruste, Birkenporling cremeweiß bis hellbraun und glatt.
  • Unterseite: Zunderschwamm braun mit Röhrenschichten, Birkenporling weiß mit sehr feinen Poren.
  • Festigkeit: Zunderschwamm hart und holzig, Birkenporling korkig bis weich.
  • Fäuleart: Zunderschwamm Weißfäule, Birkenporling Braunfäule.
  • Traditionelle Nutzung: Zunderschwamm als Zunder, Birkenporling als Rasiermesser-Streichriemen und als Fund bei der Gletschermumie „Ötzi“.

So unterscheidest du beide am Fundort

  • Baumart prüfen: Ein Fruchtkörper an Buche ist sehr wahrscheinlich ein Zunderschwamm. An Birke kommen beide vor.
  • Farbe der Oberseite: hell und glatt spricht für den Birkenporling, dunkelgrau mit Kruste für den Zunderschwamm.
  • Fingerprobe: Der Zunderschwamm ist steinhart, der Birkenporling lässt sich eindrücken oder ist korkig.
  • Unterseite ansehen: weiß und feinporig beim Birkenporling, braun und geschichtet beim Zunderschwamm.
  • Mehrere Merkmale kombinieren: Nie nur ein Merkmal allein heranziehen. Für sichere Bestimmungen helfen Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).

Für Wildpilze gibt GrayZone Labs keine Verzehrempfehlung. Die Entnahme ist in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz geregelt: Für den persönlichen Gebrauch darf eine geringe Menge gesammelt werden, die gewerbliche Entnahme ist genehmigungspflichtig.

Beide in unserem Sortiment

GrayZone Labs stellt aus beiden Pilzen in Kronach im Frankenwald Extrakte her: Ultraschall-Extraktion mit Wasser und Ethanol aus Fruchtkörpern aus deutscher Wildsammlung. Zum Sortiment gehören die Zunderschwamm Tinktur, die Birkenporling Tinktur und beide zusammen als Waldkraft-Duo. Worauf es beim Einkauf ankommt, steht in den Beiträgen Zunderschwamm kaufen und Birkenporling kaufen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Zunderschwamm und Birkenporling?

Der Birkenporling wächst fast nur an Birken und ist hell, glatt und korkig. Der Zunderschwamm wächst vor allem an Buchen und ist dunkelgrau, hufförmig und sehr hart.

Wachsen beide an Birken?

Der Birkenporling fast ausschließlich, der Zunderschwamm hauptsächlich an Buchen, aber auch an Birken.

Welcher Pilz wurde als Zunder genutzt?

Der Zunderschwamm. Seine weiche Innenschicht wurde aufbereitet und nahm Funken auf.

Wie erkenne ich die Unterseite?

Beim Birkenporling ist sie weiß mit feinen Poren, beim Zunderschwamm braun mit sichtbaren Röhrenschichten.

Wer hilft bei der Bestimmung?

Zertifizierte Pilzsachverständige (PSV) der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  • Spektrum Lexikon der Biologie: Zunderschwamm(Größe, Farbe, Kruste, Röhrenschichten, Wirtsbäume, Weißfäule, Verwendung als Zunder)
  • Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft: Pilze an Birke(Zunderschwamm und Birkenporling: Wirtsbäume, Weiß- und Braunfäule, Konsistenz)
  • Gartenjournal: Pilzbefall an Birken(Merkmale des Birkenporlings, Unterscheidung nach Konsistenz)
  • Wikipedia: Fomitopsis betulina(Beschreibung, Verbreitung, Ötzi, historische Nutzung)
  • Bionity Lexikon: Zunderschwamm(Wirtsbäume, Verwendung als Zunder)
  • Stadt Hameln, Untere Naturschutzbehörde: Infoblatt Pilze(Sammeln für den persönlichen Gebrauch, gewerbliche Entnahme)

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie.

Autor: Ing. Luca Finazzo, M.Sc. Biotechnologie

               (Experte für Heilpflanzen und Pilze)