22. Oktober 2026
Birkenporling Wirkung: Studienlage im Überblick

Life Science aus Kronach: Vitalpilze, Laborchemikalien und Gewebekultur. 100of100 Science & Startups Award Gewinner 2025.

Inhaltsstoffe, Laborstudien und traditionelle Verwendung im Überblick.

Der Birkenporling (Fomitopsis betulina) ist ein traditionsreicher Baumpilz und Gegenstand zahlreicher Laboruntersuchungen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Stand der Forschung: welche Inhaltsstoffe bekannt sind und was in Laborstudien untersucht wurde.

Birkenporling (Fomitopsis betulina) wächst am Stamm einer Birke im Wald, GrayZone Labs

Kurz gesagt: Was wurde am Birkenporling erforscht?

Der Birkenporling wurde in Zellkulturen, Enzymtests und einzelnen Tiermodellen untersucht. Im Mittelpunkt stehen Triterpene, Polysaccharide und weitere Sekundärmetaboliten. Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2017 und 2024 fassen die Inhaltsstoffe und die bisherigen Laborbefunde zusammen.

Was ist der Birkenporling?

Der Birkenporling hieß früher Piptoporus betulinus und wächst als Holzzersetzer fast ausschließlich an Birken, meist an abgestorbenen oder geschwächten Bäumen. Er kommt in den nördlichen gemäßigten Zonen vor. Seine Fruchtkörper sind zäh und gelten nicht als Speisepilz. Wer ihn im Wald sucht, sollte außerdem die Regeln des Naturschutzes beachten, denn die Entnahme aus der Natur ist nicht überall erlaubt.

Unterseite eines Birkenporlings mit feinen Poren statt Lamellen, GrayZone Labs

Berühmt wurde der Pilz durch „Ötzi“: Der rund 5.300 Jahre alte Gletschermann, 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden, trug zwei Stücke Birkenporling bei sich. Welche Rolle der Pilz für ihn spielte, wird in der Fachwelt diskutiert.

Traditionelle Verwendung

In der Volkskunde ist der Birkenporling gut dokumentiert. Aufgüsse („Pilztee“) waren in Russland, im Baltikum, in Ungarn und Rumänien verbreitet. Frische Fruchtkörper dienten als Wundauflage, getrocknetes Pulver wurde als Schmerzmittel überliefert. Solche Überlieferungen machen den Pilz kulturgeschichtlich interessant.

Inhaltsstoffe des Birkenporlings

Eine Übersichtsarbeit im Journal of Fungi (2024) beschreibt rund 109 Verbindungen aus dem Pilz. Die wichtigsten Gruppen:

  • Triterpene: die größte Gruppe, überwiegend vom Lanostan-Typ. Dazu zählen Polyporensäuren sowie Betulinsäure, Betulin und Lupeol, die aus der Birkenrinde stammen können.
  • Weitere Terpene: Sesqui-, Di- und Monoterpene, teils für das Aroma verantwortlich.
  • Polysaccharide: Die Zellwand enthält β-Glucane.
  • Weitere Stoffe: Fettsäuren, Zuckeralkohole wie Mannitol, Trehalose, Phenole wie Tocopherole sowie Piptamin, ein Stoff, der im Labor antibakterielle Eigenschaften zeigte.

Was Laborstudien zeigen

Die Studienlage lässt sich nach Testsystem einordnen:

  • Zellkulturen (in vitro): Einige Extrakte und isolierte Triterpene wurden an Zelllinien untersucht. Ein systematischer Review in Contemporary Oncology (2024) wertete dazu fünf Studien aus, die gesunde Zellen und Krebszellen verglichen.
  • Entzündungsmodelle (Tier und Zelle): In Mäusen verringerten einzelne Triterpene eine künstlich ausgelöste Ohrschwellung, in Zellmodellen beeinflussten Verbindungen entzündungsbezogene Signalwege.
  • Mikrobiologie (in vitro): Verschiedene Verbindungen hemmten im Reagenzglas das Wachstum von grampositiven Bakterien und einigen Pilzen.
  • Weitere Hinweise: Auch zu antiviralen und antiparasitären Eigenschaften liegen erste Laborhinweise vor.

Ausblick: Forschung am Birkenporling

Die Forschung am Birkenporling ist aktiv. Die Autoren der Übersichtsarbeiten sehen in den vielfältigen Inhaltsstoffen einen Ansatzpunkt für weitere Untersuchungen, etwa mit standardisierten Extrakten und in Tiermodellen.

Hinweis zu Gesundheitsaussagen

Gesundheitsbezogene Aussagen zu Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln sind in der EU durch die Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 geregelt. Dieser Beitrag beschreibt den Forschungsstand und enthält keine Heil- oder Wirkversprechen. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder der Einnahme von Medikamenten gehört die Entscheidung in ärztliche Hände.

Unser Birkenporling-Produkt

Die Birkenporling Tinktur 50 ml ist ein Pilzextrakt aus Fruchtkörpern in Wildsammlung, hergestellt per Ultraschall-Extraktion, vegan und glutenfrei. Sie ist aktuell als Vorbestellung verfügbar. Dieser Beitrag informiert über Forschung und trifft keine Aussagen zur Wirkung des Produkts.

Häufige Fragen

Was wurde am Birkenporling erforscht?

Es liegen Laborstudien an Zellkulturen sowie einzelne Tierversuche vor, die vor allem Triterpene und weitere Inhaltsstoffe untersuchen.

Welche Inhaltsstoffe hat der Birkenporling?

Vor allem Triterpene (darunter Polyporensäuren, Betulinsäure, Betulin), β-Glucane, Fettsäuren, Zuckeralkohole, Phenole und Piptamin.

Warum hatte Ötzi Birkenporling dabei?

Das wird in der Fachwelt diskutiert. Die Deutungen reichen von Heilmittel über Zunder bis zu anderen praktischen Zwecken.

Ist der Birkenporling ein Speisepilz?

Der Fruchtkörper ist zäh und wird traditionell nicht als Speisepilz gegessen. Zu Erkennung und Verwechslung erscheint ein eigener Beitrag.

Worin unterscheidet er sich vom Zunderschwamm?

Beide sind Baumpilze mit langer Tradition, gehören aber zu verschiedenen Arten mit eigenen Inhaltsstoffen und Studien. Mehr zum Erkennen des Zunderschwamms steht im Beitrag zu Merkmalen und Verwechslungen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

Li J. et al., „Secondary Metabolites of Fomitopsis betulina: Chemical Structures, Biological Activity and Application Prospects“, Journal of Fungi 10(9):616, 2024 (DOI 10.3390/jof10090616); Pleszczyńska M. et al., „Fomitopsis betulina (formerly Piptoporus betulinus): the Iceman’s polypore fungus with modern biotechnological potential“, World Journal of Microbiology and Biotechnology, 2017; „Cytotoxic activity of Fomitopsis betulina against normal and cancer cells: a comprehensive literature review“, Contemporary Oncology, 2024; Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben).

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie.

Autor: Ing. Luca Finazzo, M.Sc. Biotechnologie

               (Experte für Heilpflanzen und Pilze)