Die Chargennummer muss passen.
Produktname und Chargen- oder Losnummer müssen zur Verpackung passen. Ein Musterzertifikat oder ein Bericht einer anderen Charge belegt die Werte deines Produkts nicht.
Ein Certificate of Analysis macht Laborergebnisse sichtbar. Doch was bedeuten die Zahlen wirklich? Erfahre, wie du Analysenzertifikate von Vitalpilzprodukten einordnest – von der Chargennummer bis zum Beta-Glucangehalt.
COA steht für Certificate of Analysis, auf Deutsch Analysenzertifikat. Es dokumentiert Untersuchungsergebnisse einer bezeichneten Probe.
Ein COA kann vom Hersteller oder einem Labor erstellt werden. Ein Herstellerdokument kann Ergebnisse mehrerer Prüfungen zusammenfassen. Der Originalbericht eines Labors beschreibt dessen konkrete Untersuchungen.
Entscheidend ist deshalb: Wer hat das Dokument ausgestellt, welche Probe wurde untersucht und welche Prüfungen wurden tatsächlich durchgeführt?
Bevor du einzelne Zahlen bewertest, prüfe diese vier Punkte. Sie bestimmen, wie aussagekräftig der Bericht für dein Produkt ist.
Produktname und Chargen- oder Losnummer müssen zur Verpackung passen. Ein Musterzertifikat oder ein Bericht einer anderen Charge belegt die Werte deines Produkts nicht.
Pilzpulver, Trockenextrakt und abgefüllter Flüssigextrakt sind unterschiedliche Proben. Ein Rohstoffwert lässt sich nicht unverändert auf ein verdünntes oder weiterverarbeitetes Produkt übertragen.
Achte auf Probenahme, Probeneingang, Prüfzeitraum und Berichtsdatum. Wer hat die Probe ausgewählt? Eine eingesandte Probe ist nicht automatisch eine unabhängige, repräsentative Stichprobe der gesamten Charge.
Laborname, Berichtsnummer und Prüfverfahren sollten nachvollziehbar sein. Bei einer Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 zählt der konkrete Geltungsbereich. Ein Logo allein zeigt nicht, ob die betreffende Prüfung davon erfasst ist. [1]
Polysaccharide sind eine große Gruppe von Kohlenhydraten. Dazu gehört auch Stärke. „30 % Polysaccharide“ bedeutet deshalb nicht „30 % Beta-Glucane“.
Gesamtpolysaccharide, Gesamtglucane, Alpha-Glucane und Beta-Glucane sind unterschiedliche Angaben. Vergleiche nur Werte, die dieselbe Messgröße beschreiben.
Ein verbreitetes Verfahren ermittelt Beta-Glucane als Differenz aus Gesamtglucanen und Alpha-Glucanen. Methode, Version und Probenzusammensetzung beeinflussen die Vergleichbarkeit. [2]
Ein Wert auf Trockenmassebasis beschreibt nicht automatisch den Anteil im flüssigen Produkt. Prüfe, ob sich das Ergebnis auf Trockenmasse oder auf das Produkt im Verkaufszustand bezieht.
Ein erhöhter Wert kann Anlass sein, Stärke, Trägerstoffe oder mitverarbeitetes Kultursubstrat genauer zu betrachten. Allein beweist er keine Verfälschung.
Ein Extraktionsverhältnis beschreibt ein Mengenverhältnis, dessen Definition erklärt werden muss. Es ersetzt keinen gemessenen Inhaltsstoffgehalt und lässt sich nicht direkt in einen Beta-Glucanwert umrechnen.
Ein Inhaltsstoffwert sagt nichts über mögliche Verunreinigungen aus. Welche Prüfungen relevant sind, hängt von Herkunft, Pilzart, Verarbeitung und Produktform ab.
Achte auf einzeln ausgewiesene Ergebnisse, etwa für Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen. Bei Arsen ist wichtig, ob Gesamtarsen oder anorganisches Arsen bestimmt wurde. Die Angaben sind nicht gleichbedeutend.
Welche Keimgruppen und Krankheitserreger wurden untersucht? Keimzahlen brauchen eine Einheit, etwa KBE/g. Bei „nicht nachgewiesen“ gehört die untersuchte Probenmenge zur Aussage.
Ein Screening umfasst eine definierte Stoffliste. „Pestizide geprüft“ bedeutet nicht, dass alle möglichen Pestizide untersucht wurden. Stoffumfang und Bestimmungsgrenzen sind entscheidend.
Je nach Rohstoff und Verfahren können beispielsweise Mykotoxine oder Lösungsmittelrückstände relevant sein. Deklariertes Ethanol in einem Flüssigextrakt ist dabei von unerwünschten Rückständen zu unterscheiden.
Ergebnis, Einheit, Methode und Bezugsbasis gehören zusammen. Das folgende Beispiel zeigt typische Angaben und ihre Grenzen.
| Parameter | Ergebnis | Richtig lesen |
|---|---|---|
| Beta-Glucane | 25 g/100 g Trockenmasse | 25 % der Trockenmasse, nicht automatisch 25 % des flüssigen Endprodukts. |
| Blei | < 0,05 mg/kg | Die Legende muss erklären, welche Grenze hier angegeben ist. Der Eintrag bedeutet nicht „bleifrei“. |
| Salmonellen | Nicht nachgewiesen in 25 g | Die Aussage gilt für die untersuchte Teilprobe und die verwendete Methode. |
Ab dieser Grenze lässt sich ein Stoff mit dem Verfahren nachweisen. „Nicht nachgewiesen“ bedeutet nicht, dass sicher kein einziges Molekül vorhanden ist.
Ab dieser Grenze lässt sich die Menge mit definierter analytischer Zuverlässigkeit bestimmen. Unterhalb davon kann ein Stoff vorhanden sein, ohne zuverlässig quantifizierbar zu sein.
Lies nach, wie das Labor die Abkürzung verwendet. Ohne zugehörige Nachweis- oder Bestimmungsgrenze bleibt die Aussage unvollständig.
Für diese Umrechnung brauchst du zusätzlich den Trockenmassegehalt des Flüssigextrakts.
Fiktives Beispiel: Eine Flüssigkeit enthält 20 mg Trockenmasse pro ml. In dieser Trockenmasse werden 25 % Beta-Glucane bestimmt.
Beide Angaben müssen dieselbe Probe und eine passende Bezugsbasis betreffen. Das Beispiel ist keine Dosierungsempfehlung. Bei Gewichtsprozenten ist für die Umrechnung auf ml zusätzlich die Dichte erforderlich.
Diese Punkte helfen dir, die Aussagekraft eines Zertifikats einzuschätzen und gezielt nachzufragen.
Nein. Unabhängigkeit beschreibt die organisatorische Beziehung zum Anbieter. Eine Akkreditierung bestätigt Kompetenz für einen festgelegten Geltungsbereich. Beides ist getrennt zu prüfen.
Nein. Zunächst muss es zur konkreten Charge passen. Es dokumentiert den Zustand der untersuchten Probe zum Prüfzeitpunkt. Ob die Eigenschaften über die gesamte Haltbarkeit stabil bleiben, ist eine zusätzliche Frage.
Nur wenn eine geeignete Identitätsprüfung enthalten ist. Eine vom Auftraggeber angegebene Probenbezeichnung ist noch kein analytischer Identitätsnachweis. Die passende Prüfmethode hängt auch vom Verarbeitungsgrad ab.
Vergleiche sind erst sinnvoll, wenn Methode, Bezugsbasis und Produktform vergleichbar sind. Der Wert allein bewertet weder die gesamte Produktqualität noch die gesundheitliche Wirkung.
Kleine Unterschiede zwischen Ergebnissen müssen keine tatsächlichen Qualitätsunterschiede bedeuten. Nahe einer Bewertungsgrenze sind die Messunsicherheit und die Entscheidungsregel des Labors besonders wichtig.
Aus dem vorliegenden Dokument lässt sich dazu keine Aussage treffen. Das bedeutet weder automatisch „belastet“ noch „unbedenklich“. Frage nach, ob ein ergänzender Prüfbericht vorhanden ist.
Wer Charge, Probe, Methode und Bezugsbasis versteht, kann Laborwerte besser einordnen. Erfahre auch, wie die Herstellung die Zusammensetzung eines Pilzextrakts beeinflusst.
Alle Rechen- und Tabellenbeispiele auf dieser Seite sind fiktiv. Sie stellen keine Analyse eines GrayZone-Labs-Produkts dar.