Methylenblau ist ein tiefblauer Farbstoff mit langer Geschichte und vielen technischen Einsatzgebieten. Dieser Beitrag erklärt, was Methylenblau ist, woher es stammt, wofür es in Textilfärbung, Mikroskopie und Labor verwendet wird und woran man bei einer Färbelösung auf Qualität achten kann.
Was ist Methylenblau?
Methylenblau (chemisch ein Thiazin-Farbstoff, Summenformel C16H18ClN3S, Molmasse etwa 319,85 g/mol) ist ein synthetischer, basischer Farbstoff. Der Chemiker Heinrich Caro stellte ihn 1876 als Forschungsleiter der BASF in Ludwigshafen erstmals her. Ein Jahr später erhielt die BASF dafür das erste deutsche Reichspatent für einen Teerfarbstoff. Als Feststoff bildet Methylenblau dunkelgrüne bis dunkelblaue Kristalle, in Wasser gelöst entsteht die charakteristische tiefblaue Lösung.
Eigenschaften im Überblick
- Gut wasserlöslich: Methylenblau löst sich mit intensiver blauer Farbe in Wasser. Je nach Quelle werden Löslichkeiten von etwa 35 bis 50 g/l angegeben.
- Intensive Farbe: Das Absorptionsmaximum in wässriger Lösung liegt bei etwa 665 Nanometern (Literaturwerte je nach Quelle 661 bis 666 nm).
- Redox-aktiv: Methylenblau wechselt zwischen einer blauen (oxidierten) und einer farblosen (reduzierten) Form. Darauf beruht das bekannte „Blue-Bottle“-Experiment im Chemieunterricht.
Wofür wird Methylenblau verwendet?
- Textilfärbung: Methylenblau dient zum Blaufärben von Fasern und Papier. Die BASF beschreibt es als rein blau färbendes Färbemittel für Baumwolle.
- Mikroskopie: Paul Ehrlich setzte den Farbstoff 1885 zur selektiven Gewebefärbung ein. Bis heute färbt Methylenblau in der Mikroskopie unter anderem Zellkerne blau an.
- Redox-Indikator: Die Entfärbung der Lösung zeigt Reduktionsvorgänge an, im Unterricht etwa im Blue-Bottle-Versuch mit Glucose und Natronlauge.
- Analytik: Genannt werden unter anderem die Bestimmung von Aniontensiden und die Methylenblauprobe zur Prüfung von Abwasser, bei der die Zeit bis zur Entfärbung gemessen wird.
Methylenblau-Lösung: Qualitätsmerkmale
Bei einer Färbelösung zählen nachvollziehbare Angaben:
- Definierte Konzentration: Angegeben in Prozent, zum Beispiel 1 %.
- Reinheit des Farbstoffs: Je höher die Reinheit, desto gleichmäßiger und reproduzierbarer das Färbeergebnis.
- Geeignete Verpackung: Zum Beispiel Braunglas mit dichtem Verschluss.
- Vollständige Kennzeichnung: Verwendungszweck, Gefahrenhinweise und Sicherheitsdatenblatt gehören dazu.
Lagerung und Handhabung
Methylenblau-Lösung wird dicht verschlossen und für Kinder unzugänglich aufbewahrt. Beim Umgang färbt die Lösung Kleidung, Haut und Oberflächen stark an, daher empfehlen sich Handschuhe und eine abwischbare Unterlage. Es gelten die Hinweise auf dem Etikett und im Sicherheitsdatenblatt.
Unser Angebot
GrayZone Labs bietet eine 1-%-Methylenblau-Lösung (100 ml, Braunglas) als Färbelösung für Textilfärbung, Labor und technische Anwendungen an. Sie ist eine Chemikalie und nicht zur Einnahme bestimmt.
Häufige Fragen
Was ist Methylenblau?
Ein synthetischer, wasserlöslicher Farbstoff, der seit 1876 bekannt ist und in Textilfärbung, Mikroskopie und Labor verwendet wird.
Wofür wird Methylenblau-Lösung eingesetzt?
Zum Färben von Textilien, als Kontrastfarbstoff in der Mikroskopie, als Redox-Indikator und für Lehrversuche.
Wer hat Methylenblau entwickelt?
Heinrich Caro synthetisierte den Farbstoff 1876 bei der BASF.
Welche Konzentration hat die Lösung von GrayZone Labs?
Es handelt sich um eine 1-%-Lösung in 100-ml-Braunglasflaschen.
Ist Methylenblau-Lösung zur Einnahme bestimmt?
Nein. Sie ist eine Färbe- und Laborchemikalie für technische Zwecke.
Quellen
- BASF: Pioneer thinker then and now: Methylenblau(Synthese durch Heinrich Caro 1876, Verwendung als Baumwollfarbstoff)
- Chemie.de Lexikon: Methylenblau(Eigenschaften, Löslichkeit, Verwendung, Geschichte)
- StainsFile: Methylene Blue(Farbstoffklasse, Absorptionsmaxima, Löslichkeit, Färbung von Zellkernen)
- Sigma-Aldrich: Methylene Blue solution(Summenformel, Molmasse, Absorptionsmaximum 664 bis 665 nm)
- Royal Society of Chemistry (Education): Top of the Bench 2025 Practical Challenge(Blue-Bottle-Versuch, Redox-Indikator)

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie.
Autor: Ing. Luca Finazzo, M.Sc. Biotechnologie
(Experte für Heilpflanzen und Pilze)
